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2.1 Geologie und Landschaftsformen

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© Foto: Philip Drießen

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2.1 Geologie und Landschaftsformen

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Der Boden auf dem wir gehen und stehen geh√∂rt eigentlich nicht zu den Dingen, √ľber die ich viel nachdenke. Der ist eben da und irgendwie ist er auch √ľberall √§hnlich da und ver√§ndert sich nicht, oder? Nun ja, wenn man anf√§ngt, sich mit dem Boden unter unseren F√ľ√üen zu besch√§ftigen, stellt man fest: Er unterscheidet sich sehr wohl von Ort zu Ort und er ver√§ndert sich auch. Allerdings ben√∂tigt er daf√ľr normalerweise ein paar Millionen Jahre. Aber in dieser Zeit bringt er die verr√ľcktesten Formen und¬†Dinge zu¬†Stande. Welche, das sehen wir uns in diesem Kapitel an.

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Hinweise f√ľr Lehrende

√úbersicht (Didaktischer Zugriff, Ziele, Kompetenzen)

Allgemeine Anmerkungen zum Kapitel

Das Kapitel ist ein zentraler Baustein zum Verst√§ndnis der Euregio Maas-Rhein wie wir sie heute landschaftlich und damit auch¬†landwirtschaftlich¬†vorfinden. Von den in der Region vorkommenden Gesteinen √ľber die Entstehungszeitr√§ume der pr√§genden Landschaften wird der Bogen bis zur heutigen (land-) wirtschaftlichen Nutzung des Naturraums gespannt.

Ziele & Kompetenzen

Die Lernenden sollen ein Bewusstsein f√ľr die Entstehung ihrer Region entwickeln. Dabei wird ihnen die Bedeutung der Gesteine deutlich, √ľber die wir fast alle Informationen zur geologischen Entwicklung unserer Erde beziehen. Gleichzeitig erkennen Sie, dass spezifische raumpr√§gende Landschaften meist auf konkrete Prozesse in der erdzeitlichen Entwicklungsgeschichte zur√ľckzuf√ľhren sind (z.B. heute vermehrt auftretende¬†Kalksteine der Region -> Zeugnis¬†von tropischen Korallenmeeren in der Vergangenheit).

Kapitelstruktur

Im ersten Teil dieses Kapitels¬†geht es darum, den Lernenden bewusst zu machen, dass Landschaften¬†werden und vergehen, wie alles andere auch ‚Äď wenngleich f√ľr das einzelne¬†menschliche Leben vielleicht kaum wahrnehmbar. Der geologische Stoffkreislauf liefert die fachliche Grundlage an dieser Stelle.

Im Folgenden wendet sich das Kapitel einigen f√ľr¬†die Euregio Maas-Rhein pr√§genden Gesteinen zu, die den Lernenden ‚Äď wenn auch unbewusst ‚Äď durchaus vertraut sein d√ľrften. Lebensweltlich verankerte¬†Aufgaben sollen das Bewusstsein f√ľr diese Gesteine im eigenen Umfeld weiten.

Ganz bewusst wird erst jetzt die¬†Entstehung der Euregio Maas-Rhein thematisiert, denn es sind die Gesteine, die uns √ľberhaupt Auskunft geben √ľber die Entwicklung der Region.

In einem weiteren Schritt wird der Blick auf die f√ľr die Euregio typischen Landschaftsformen gewendet und ihre jeweilige Entstehung beleuchtet.

Ein Exkurs zur EMR als Erdbebenregion bietet sich an.

Abschlie√üend wird thematisiert, wie sich der derart entstandene Naturraum von uns Menschen nutzen lassen, wobei der Fokus auf Land- und Forstwirtschaft, bzw. dem Bergbau liegt. Verbindungsm√∂glichkeiten zu weiteren Kapiteln im Buch¬†werden in Aufgabe 36 angerissen und k√∂nnen nach eigenem Daf√ľrhalten¬†vertieft werden.

Basiskonzepte

Die vorliegende Kapitelnarration fokussiert zun√§chst und durchgehend¬†die langfristige Perspektive¬†auf der Ebene der Zeithorizonte, indem sie nach der Entstehung des Naturraums der EMR fragt. Zunehmend wird dabei auf der Ma√üstabsebene zwischen der globalen Perspektive einerseits und der lokal/regionalen andererseits alterniert (Wie ist deine Gegend/Region zu dem geworden, was sie heute ist?). Erst gegen Ende des Kapitels r√ľckt das Mensch-Umwelt-System in den n√§heren Fokus (Wie nutzen wir den derart gewordenen Naturraum?).

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Sprachhilfe

f√ľr das gesamte Kapitel

1. Die Erde "lebt"

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Vor 4,6 Milliarden Jahren entstand die Erde. Der Planet setzte sich urspr√ľnglich aus Gasen, Gesteinen, Staub und Metallen zusammen. Erst mit der Zeit sortierten sich die Stoffe, bis die Erdkruste entstand.

Menschen gibt es im Verh√§ltnis zum Gesamtalter der Erde erst seit sehr, sehr kurzer Zeit. Was wir √ľber die Eigenarten einer Landschaft und ihre Vergangenheit wissen, erfahren wir folglich nicht aus menschlichen Aufzeichnungen, aber durch die Untersuchung¬†ihrer Gesteine.

Die Erdgeschichte ist dabei in verschiedene Zeitalter unterteilt, die jeweils durch wichtige Ereignisse und Veränderungen in der Entwicklung der Erde und ihrer Bewohner gekennzeichnet sind.

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Schaubild: Die Erdzeitalter

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Menschen spielen erst seit k√ľrzester Zeit eine Rolle auf der Erde.

Hinweis f√ľr Lehrende

Mögliche Vertiefungsaufgabe

Eine alternative Darstellung zum oben gezeigten spiralf√∂rmigen Schaubild w√§ren geologische Zeitskalen wie diese hier. Fortgeschrittenene SuS k√∂nnten entweder das Schaubild oben selbstst√§ndig in einen tabellarische Reihenfolge bringen und dann mit der verlinkten Skale vergleichen oder zuerst die Skala pr√§sentiert bekommen und aus dieser eine anschaulichere, k√ľnstlerische Darstellungsform √§hnlich dem Schaubild oben entwickeln.

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Vertiefung

Die Geschichte der Erde im Zeitraffer

Vor etwa 15 Milliarden Jahren entstand unser Universum plötzlich in einer gewaltigen Explosion, dem so genannten Urknall. Riesige Materiewolken breiteten sich aus.

Aus einer dieser hei√ü gl√ľhenden Wolken entwickelte sich in den vergangenen 4,6 Milliarden Jahren unser Sonnensystem und damit der Planet, auf dem wir heute leben.

Diese Zeitr√§ume sind jedoch f√ľr das menschliche Vorstellungsverm√∂gen viel zu gro√ü. Wir w√§hlen deshalb ein z√ľgigeres Tempo und raffen die Erdgeschichte. So laufen die 5 Milliarden Jahre seit Entstehung der Erde in genau einem Jahr unserer Zeitvorstellung ab.

  • Um 0 Uhr des Neujahrstages beginnt die Erde als gl√ľhende Masse mit einer Temperatur von 5.000 ¬įC ihr Eigenleben. In den Januarwochen des Jahres k√ľhlt sie sich¬†so weit ab, dass die √§u√üere Schicht langsam verkrustet und sich feste Gesteinsmassen bilden. Doch selbst heute ist diese Ursprungsw√§rme noch vorhanden. Rund ein Drittel der geothermischen Energie wird aufgrund des Zerfalls von radioaktiven nat√ľrlichen Elementen st√§ndig neu gebildet.
  • Ende M√§rz wird der Kondensationspunkt unterschritten, der Wasserdampf beginnt zu kondensieren und es regnet fast bis Ende April. Dadurch bilden sich die Weltmeere. Gewaltige atmosph√§rische Kr√§fte lassen auf der ungastlichen Erde Wetter entstehen, gegen die jeder verheerende Tornado ein laues L√ľftchen ist.
  • Im Fr√ľhsommer des Jahres registrieren wir erstmals Leben. Diese einfachen, fortpflanzungsf√§higen Zellstrukturen entwickeln sich im Wasser, denn freier Sauerstoff existiert nur in sehr geringen Mengen. Diese neuen Lebewesen, aus Kohlenstoff und Wasserstoff gebildet, vermehren sich, sterben ab, lagern sich in Massen √ľbereinander und wandeln sich erstmals um zu dem, was wir heute als Erd√∂l bezeichnen. Dieser Prozess setzt sich kontinuierlich bis in die dritte Dezemberwoche fort.
  • Der Herbst beginnt und ist schon weit fortgeschritten, als Muscheln, Schnecken und Krebse die Meere erobern. Ende November erfolgt der Sprung der Tierwelt auf das Land: Fische mit Wirbels√§ule verlassen die Meere. Parallel entwickeln sich die Pflanzen, die Photosynthese kommt in Gang.¬†
  • Anfang Dezember gibt es die ersten Lungenatmer. Durch die Photosynthese bildet sich in gro√üen Mengen freier Sauerstoff. Es entsteht das sch√ľtzende Ozon in der Stratosph√§re. Von Mitte Dezember bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag bev√∂lkern Dinosaurier unseren Planeten, bis diese im Morgengrauen des zweiten Weihnachtsfeiertages pl√∂tzlich aussterben. Eine Katastrophe unvorstellbaren Ausma√ües vernichtet alle Tiere, nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen k√∂nnten drei fast gleichzeitig erfolgte Meteoriteneinschl√§ge nahezu alles Leben vernichtet haben.
  • Am Beginn des 31. Dezember entwickeln sich die Affen und bev√∂lkern die Erde. Der Silvestertag neigt sich bereits seinem Ende zu, als gegen 20:00 Uhr ein neues Kapitel der Erdgeschichte aufgeschlagen wird: Der Mensch betritt die Szene. Gegen 22:00 Uhr lernt er, mit den ersten primitiven Werkzeugen umzugehen.
  • Eine Stunde vor Mitternacht passiert etwas, was den Menschen von nun an grundlegend von der Tierwelt unterscheidet: Er lernt, mit dem Feuer umzugehen. Seit einer Minute vor Mitternacht betreibt der Mensch Ackerbau. 12 Sekunden vor Mitternacht wird Jesus Christus geboren (Beginn unserer Zeitrechnung).¬†
  • Etwa eine Viertelsekunde vor Mitternacht geht der erste Mensch auf dem Mond spazieren.
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Grundlage: Der geologische Stoffkreislauf

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Die Geologie als Wissenschaft ("Lehre der Erde") beschreibt¬†den Aufbau, die Entwicklung und die damit verbundenen Ver√§nderungsprozesse der Erde. Grundlage hierf√ľr bilden vor allem Gesteine, die uns spannende Informationen √ľber ihre Entstehung¬†liefern ‚Äď so auch in der Euregio Maas-Rhein.

Diese geodynamischen¬†Prozesse gehen zur√ľck auf nat√ľrliche Bewegungen im Erdinneren aufgrund der dort vorherrschenden¬†Hitze.¬†Manche dieser Bewegungen sind spektakul√§r: Erdbeben oder Vulkane ver√§ndern die Erde in k√ľrzester Zeit, oft auf drastische Art und Weise. Beispiele f√ľr Prozesse im Erdinneren¬†w√§ren¬†Plattentektonik und Vulkanismus.¬†Auf der Erdoberfl√§che werden die Prozesse durch die Sonnenenergie angetrieben. Beispiele sind die Erosion (Abtragung)¬†von Boden an der Oberfl√§che¬†durch Wind und flie√üendes Wasser, aber auch der Transport und die Ablagerung von Bodenmaterial.

Alle diese unterschiedlichen Prozesse sind Teil des geologischen Stoffkreislaufes.

Tutorial: Glossareinträge

Die Geologie ("Lehre der Erde") befasst sich mit Aufbau, Entwicklung und Veränderungen der Erde. 

Auf der Erdoberfl√§che und im Erdinneren finden eigentlich st√§ndig Bewegungen statt. Manche dieser Bewegungen¬†sind spektakul√§r:¬†Erdbeben oder Vulkane ver√§ndern die Erde in k√ľrzester Zeit, oft auf drastische Art und Weise.¬†Daneben gibt es vergleichsweise langsame und¬†unscheinbare Prozesse, wie die Verwitterung (Zersetzung) und¬†Abtragung der Erdoberfl√§che¬†durch Wind und Regen.¬†

Alle diese unterschiedlichen Prozesse sind Teil des geologischen Stoffkreislaufes.

Die Geologie als Wissenschaft meint die "Lehre der Erde". Dies beinhaltet den Aufbau, die Entwicklung und die damit verbundenen Prozesse der Erde. Grundlage hierf√ľr sind vor allem Gesteine, die uns unfassbar spannende Informationen liefern, so auch in der Euregio Maas-Rhein.

Werfen wir einen Blick auf die Prozesse der Erde, wird klar, dass diese die Euregio Maas-Rhein stark beeinflusst haben und auch immer noch beeinflussen. Vor allem bei der Entstehung der Euregio Maas-Rhein werden diese Prozesse verdeutlicht.

Diese Prozesse sind nat√ľrliche Bewegungen auf der Erdoberfl√§che und im Erdinneren aufgrund der Hitze und werden als geodynamische Prozesse zusammengefasst.

  • Endogene Prozesse haben starke Auswirkungen auf das Aussehen der Erde, denn sie wirken von innen auf die Erdgestalt. Sie¬†ver√§ndern diese in k√ľrzester Zeit, oft auf drastische Art und Weise. Beispiele f√ľr Prozesse im Erdinneren w√§ren Plattentektonik und Vulkanismus.
  • Exogene Prozesse hingegen wirken von au√üen auf die Erde. Sie werden durch die Energie der Sonne¬†angetrieben, Beispiele sind die Erosion (Abtragung) von Boden an der Oberfl√§che durch Wind und flie√üendes Wasser, aber auch der Transport und die Ablagerung von Bodenmaterial.

Alle diese unterschiedlichen Prozesse sind Teil des geologischen Stoffkreislaufs.

Tutorial: Glossareinträge

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Sprachhilfe zu Element 5

Vokabelhilfe

spektakulär: etwas ist spektakulär, wenn es sehr erstaunlich ist und großes Aufsehen erregt.


drastisch: sehr stark oder in hohem Maße auffällig

Schaubild: Der geologische Stoffkreislauf

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Sprachhilfe zu Element 6

Vokabelhilfe

Beispiele: Auffaltung und Schieferung

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https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Agiospavlos_DM_2004_IMG002_Felsenformation.JPG

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Gefaltetes Gestein (hier eine Aufnahme aus Griechenland)

Auffaltung und Schieferung sind zwei beispielhafte Ergebnisse des geologischen Stoffkreislaufs, die auch in der Euregio Maas-Rhein eine entscheidende Rolle gespielt haben. 

Auffaltung ist ein geologischer Prozess, bei dem sich die Erdoberfl√§che aufgrund von Spannungen in der Erdkruste verformt und H√ľgel bildet. Diese wachsen¬†zun√§chst in die H√∂he und neigen sich sogar zur Seite.¬†

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https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Agiospavlos_DM_2004_IMG002_Felsenformation.JPG

Cc3BYSA

Gefaltetes Gestein in Griechenland

Auffaltung und Schieferung sind zwei Beispiele des geologischen Stoffkreislaufs, die auch in der Euregio Maas-Rhein eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Auffaltung ist ein Prozess, bei dem sich die Erdoberfl√§che aufgrund von Druck auffaltet. Stell Dir ein Blatt Papier vor, das von beiden Seiten geschoben wird, es bildet¬†zun√§chst einen H√ľgel. Dieser kann sich sogar¬†zur Seite neigen und so wie eine Welle im Wasser √ľberschlagen.

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1/6 -

Das Schaubild zeiht, wie Gestein durch Druck dazu gebracht wird, sich sowohl aufzufalten als auch √ľbereinander zu legen, also zu schiefern. In den folgenden Bildern betrachten wir beide Prozesse im Detail.

§ PD
2/6 -

Faltengebirge entstehen, wenn die Erdkruste von zwei Seiten unter Druck gerät (rote Pfeile), dann ...

§ PD
3/6 -

... wölbt sich die Erdkruste auf ...

§ PD
4/6 -

... wobei sich die Auffaltungen sogar zur Seite neigen und einander √ľberlagern k√∂nnen.

§ PD
5/6 -

Schieferung kann man sich ein wenig wie Karten eines Kartenspiels vorstellen. Liegen die Karten lose verteilt auf dem Tisch und man schiebt sie von den Seiten her zusammen, ...

§ PD
6/6 -

... rutschen die Karten alle √ľbereinander und bilden am Ende eine Lage an Karten, die alle gleich ausgerichtet sind.

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Schieferung hingegen¬†ist ein etwas komplexerer¬†Prozess, der¬†aufgrund des¬†Drucks bei der Faltung von Ton¬†abl√§uft.¬†Ton ist ein Mineral, das aus kleinen pl√§ttchenf√∂rmigen Kristallen besteht. Wird auf diese Druck ausge√ľbt, legen sich diese Pl√§ttchen in Schichten √ľbereinander, in denen die Minerale alle in der gleichen Lage ausgerichtet sind.¬†¬†

Schiefer hat aufgrund seines Aufbaus aus Lagen von Mineralen besondere Eigenschaften. So lässt er sich zum Beispiel sehr leicht entlang dieser Lagen spalten, wobei dann kleinere Schieferplatten entstehen. Diese sind nach wie vor ein wichtiger Rohstoff und werden weiterhin als Baumaterial, Dachdeckung und Bodenbelag verwendet.

Beide Prozesse, Faltung und Schieferung, in denen sich Gestein durch Außeneinwirkung verändert, bezeichnet man auch als Metamorphismus.

In der Euregio Maas-Rhein finden sich geschieferte und gefaltet Gesteinsschichten vor allem in den¬†Mittelgebirgsregionen der Rureifel, des zu den Ardennen geh√∂renden¬†Stavelot-Massivs und im Condroz.¬†In den tonreichen Partien der Monschau-Schichten bei Monschau, in den unteren Rurberg-Schichten bei Simmerath, im Kalltal und den W√ľstebach-Schichten im Tal der Erkensruhr. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde dort √ľberall Dachschiefer abgebaut. Die historischen Dachschiefergruben sind dort heute noch an ihren Halden und ihren Stolleneing√§ngen zu erkennen.

Schieferung hingegen ist ein Prozess, bei dem unter Druck aus einfachen Tonmineralen am Ende das Gestein Tonschiefer entsteht. 
Ton ist ein Mineral, das aus kleinen pl√§ttchenartigen Kristallen besteht. Du kannst Dir diesen Prozess mit Hilfe eines Kartenspiels¬†vorstellen. Die Karten stellen dabei die Tonminerale dar. Liegen die Karten lose verteilt auf dem Tisch und man schiebt sie von den Seiten her zusammen, rutschen sie alle √ľbereinander und bilden am Ende einen Stapel¬†an Karten, die alle gleich ausgerichtet sind.
Nur tonreiche Schichten sind aufgrund der besonderen Form und Eigenschaften der Tonminerale von der Schieferung betroffen.

Schiefer hat aufgrund seines Aufbaus aus Lagen die Eigenschaft, dass er sich sehr leicht entlang dieser Lagen spalten lässt. Dabei entstehen dann kleinere Schieferplatten. Diese sind nach wie vor ein wichtiger Rohstoff und werden heute noch gerne als Baumaterial, Dachdeckung und Bodenbelag verwendet.

Beide Prozesse, Faltung und Schieferung, in denen sich Gestein durch Außeneinwirkung verändert, bezeichnet man auch als Metamorphismus.

In der Euregio Maas-Rhein wurde im 18. und 19. Jahrhundert an vielen Orten Dachschiefer abgebaut. Die historischen Dachschiefergruben sind dort heute noch an ihren Halden und ihren Stolleneingängen zu erkennen. 

Schieferung hingegen ist ein etwas komplexerer Prozess, der durch den Druck bei der Faltung von Ton¬†entsteht.¬†Ton ist ein Mineral, das aus kleinen pl√§ttchenf√∂rmigen Kristallen besteht. Zun√§chst sind vor ca. 400 Millionen Jahren auf dem Meeresboden Tonschichten abgelagert worden, die infolge der Einwirkung von Druck und W√§rme zu Tonstein verfestigt wurden. Wurden solche Schichten sp√§ter durch seitlichen Druck aufgefaltet, entstanden daraus infolge tektonischer Vorg√§nge die Tonschiefer. Dabei wurden die urspr√ľnglichen Tonminerale gedehnt und unter druckbedingter Erw√§rmung zu neuen, festeren Mineralien auskristallisiert.¬†Die gleichf√∂rmige Orientierung der Tonminerale parallel zur Schieferung und¬†ihre Verzahnung untereinander erzeugt die f√ľr den Schiefer so charakteristische Spaltbarkeit.

Beide Prozesse, Faltung und Schieferung, in denen sich Gestein durch Außeneinwirkung verändert, bezeichnet man auch als Metamorphismus.

In der Euregio Maas-Rhein finden sich geschieferte und gefaltet Gesteinsschichten vor allem in den Mittelgebirgsregionen der Rureifel (v.a.¬†in den tonreichen Partien der Monschau-Schichten bei Monschau, in den unteren Rurberg-Schichten bei Simmerath, im Kalltal und den W√ľstebach-Schichten im Tal der Erkensruhr), des zu den Ardennen geh√∂renden Stavelot-Massivs und im Condroz.¬†Im 18. und 19. Jahrhundert wurde dort √ľberall Dachschiefer abgebaut. Die historischen Dachschiefergruben sind dort heute noch an ihren Halden und ihren Stolleneing√§ngen zu erkennen.

Schiefer ist ein nach wie vor ein wichtiger Rohstoff und wird weiterhin als Baumaterial, zur Dachdeckung und als Bodenbelag verwendet.

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https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schiefer_anstehend.jpg

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Schiefer in der Rureifel, bei Monschau

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© Arjan van de Star

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Schiefer im Stavelot-Massiv bei Bihain

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© Arjan van de Star

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Schnitt durch ein geschiefertes Gestein bei Bihain (Das 2-Euro-St√ľck dient dem Gr√∂√üenvergleich)

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Urheber: Siegfried von Brilon

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Brilon,_Kurgarten,_Schieferdach.JPG

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4/4 -

Typische Verwendung von Schiefer: Ein Schieferdach in der Nahaufnahme

Sprachhilfe zu Element 7-10

Worterklärungen

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Urheber: Mikhail Nilov

https://www.pexels.com/de-de/foto/natur-trocken-pflanze-tisch-6945076/

PD
1/4 -

Mineral: Mineralien sind durch geologische Prozesse entstanden und bestehen aus einem chemischen Element oder aus der Zusammensetzung mehrerer Elemente.

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Urheber: Hans

Pixabay.com - Lizenz
2/4 -

Kristall: Dies sind Festkörper, deren Bausteine regelmäßig in einer Kristallstruktur angeordnet sind.

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Urheber: Tetris L

https://de.wikipedia.org/wiki/Schieferdeckung#/media/Datei:Meerbusch_-_Lank_-_Hauptstr_19,_Van-Haags-Hof_-_Detail_Dach_(3).jpg

Cc3BYSA
3/4 -

Dachschiefer: Ein Dach, das mit dem Gestein Schiefer gedeckt wurde.

§ PD
4/4 -

Rohstoff: Dies sind in der Natur vorkommende und noch nicht verarbeitete Grundstoffe.

2. Gesteine in der Euregio Maas-Rhein

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Gesteine verraten uns etwas √ľber vergangene Zeiten, weit bevor die¬†ersten Menschen Fu√ü in eine bestimmte Landschaft gesetzt haben. Als¬†Teile des geologischen Stoffkreislaufs liefern sie uns wichtige Informationen √ľber die Landschaften, auch in der Euregio Maas-Rhein. Exemplarisch f√ľr die F√ľlle an unterschiedlichstem Gesteinsmaterial¬†betrachten wir hier den regional bedeutsamen¬†"Aachener Sandstein" und den "Aachener Blaustein".

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Sandstein

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Urheber: Romaine

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zyklopensteine#/media/Datei:Zyklopensteine15.JPG

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Zyklopensteine, s√ľdlich von Aachen

Im Aachener Wald und am Lousberg geht man eigentlich durch den lockeren Aachener Sand, in dem sich jedoch an verschiedenen Stellen feste Bänke aus Sandstein finden, die im Bereich der deutsch-belgischen Grenze bei Köpfchen auch Zyklopensteine genannt werden.

Diese verdanken ihre Entstehung vor allem physikalischen und¬†chemischen Prozessen, wenn sich im Wasser gel√∂ste Stoffe, wie zum Beispiel Quartz, aus dem Wasser zwischen Sandk√∂rnchen abscheiden und so den √ľbergebliebenen Sand zu gr√∂√üeren Sandsteinen verfestigen.

Durch eine Abfolge verschiedenster L√∂sungs-, Kristallisations- und Verwitterungsprozesse entstand so die ganz eigent√ľmliche Form der Aachener Sandsteine.

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https://www.aufmerksam-wandern.de/themen/thema_031.php

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Die Aachener Sandsteine entstanden zun√§chst durch Verfestigung einzelner Bereiche im Sand. Diese Prozesse fanden im Plioz√§n vor 5 bis 2,5 Mio. Jahren statt. Durch sp√§tere Abtragung dar√ľber liegender Sandschichten wurden die Zyklopensteine dann freigelegt.

Blaustein

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https://www.aufmerksam-wandern.de/themen/thema_002.php

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Fossilien enthaltende Kalkschichten des Erdaltertums

Bereits viel fr√ľher in der Geschichte der Erde entstanden auch im Raum der Euregio die Kalkgesteine. Diese gehen zur√ľck auf die Zeit des Erdaltertums (Pal√§ozoikum) vor √ľber 300 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit war das Gebiet der Euregio mehrfach von einem warmen, tropischen Meer bedeckt, in dem sich intensiv Kalkriffe aus unterschiedlichen Korallen, die Kalkskelette haben,¬†aber auch Muschelschalen bildeten.

Sp√§ter wurden diese Kalkschichten am Meeresboden¬†durch andere Materialien √ľberdeckt. Unter dem Druck der dar√ľber liegenden Schichten verfestigte sich das Material zum Kalkstein, in dem aufgrund seiner Entstehung am Meeresboden oft viele Fossilien zu finden sind.

Die Farbe des Kalksteins h√§ngt stark davon ab, wieviele andere Mineralien er erh√§lt. Reiner Kalkstein ist wei√ülich, Eisenoxide f√§rben ihn ocker. Der typische Aachener Blaustein erh√§lt seine Farbe durch einen hohen Anteil an organischem Kohlenstoff, der durch die Zersetzung von Algen in den warmen tropischen Meeren des Erdaltertums entstand. In der Provinz L√ľttich findet sich ebenfalls belgischer Blaustein, er wird hier auch¬†Petit Granit genannt und¬†h√§ufig in Geb√§uden verwendet.

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Sprachhilfe zu Element 13

Worterklärungen

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Urheber: Deeezy

https://pixabay.com/de/photos/seychellen-landschaft-meer-strand-4916045/

Pixabay.com - Lizenz
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Tropisch: das Adjektiv bezieht sich auf die Tropen. Die Tropen sind ein Gebiet auf der Erde s√ľdlich und n√∂rdlich des √Ąquators.

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Urheber: Lysippos

https://de.wikipedia.org/wiki/Riffkalk#/media/Datei:Riffkalk_un.jpg

Cc3BYSA
2/10 -

Kalkriffe: Das sind Kalksteine, die aus Ansammlungen von Korallen, Schwämmen und anderen Meeresorganismen entstanden sind.

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Urheber: lpittman

https://pixabay.com/de/photos/schildkr%c3%b6te-ozean-meer-185484/

Pixabay.com - Lizenz
3/10 -

Korallen: Korallen sind Tiere und gehören wie die Quallen zu dem Stamm der Nesseltiere. Sie sitzen unter Wasser an festen Stellen.

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Urheber: Hannes Grobe, Alfred Wegener Institute for Polar and Marine Research, Bremerhaven, Germany

https://de.wikipedia.org/wiki/Steinkorallen#/media/Datei:Coral_stained_hg.jpg

Cc2BYSA
4/10 -

Kalkskelette: Korallen bilden unter Wasser Gebirge (Korallenriffe). Diese Riffe bestehen unter anderem aus abgestorbenen Korallen (Kalkskeletten).

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Urheber: TanteTati

https://pixabay.com/de/photos/muscheln-schalen-schalentiere-443345/

Pixabay.com - Lizenz
5/10 -

Muschelschalen: Das äußere Skelett einer Muschel.

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Urheber: kkorvin

https://pixabay.com/de/photos/fossilien-knochen-eidechse-fossil-255547/

Pixabay.com - Lizenz
6/10 -

Fossilien: Dies sind Abdr√ľcke oder versteinerte K√∂rperteile aus vergangener Zeit.

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Urheber: meineresterampe

https://pixabay.com/de/photos/rost-eisen-metall-eisenoxid-oxid-962464/

Pixabay.com - Lizenz
7/10 -

Eisenoxide: Oxidieren ist ein chemischer Prozess, bei dem sich ein Stoff verändert. Hier hat das Eisen seine Erscheinungsform geändert. Du wirst dies schon unter dem Begriff Rost kennengelernt haben.

§

Urheber: Oguenther

https://de.wikipedia.org/wiki/Ocker#/media/Datei:Ocker2-og.jpg

PD
8/10 -

ocker: Das sind erdfarben.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Organische_Chemie#/media/Datei:Stamps_of_Germany_(BRD)_1964,_MiNr_440.jpg

PD
9/10 -

organisch: organische Stoffe sind z.B. Erdgas, Erdöl und Kohle.

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Urheber: PixelAnarchy

https://pixabay.com/de/photos/algen-strand-meer-9070/

Pixabay.com - Lizenz
10/10 -

Algen: Algen sind pflanzenartige Lebewesen, die √ľberwiegend im Wasser leben. Sie sind teilweise mit dem blo√üen Auge gar nicht erkennbar.

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Urheber: Eschweiler in der Wikipedia auf Deutsch

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eschweiler,_Wollenweberstra%C3%9Fe,_Blausteinhaus.jpg?uselang=de

PD
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Sieht gar nicht so blau aus, oder? Dieses Haus in Eschweiler nutzt f√ľr seine Fensterleibung, den T√ľrsturz sowie den Sockel des Hauses Aachener Blaustein.

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© Arjen van de Star

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Bei diesem Haus im belgischen St. Jean-Sart kann man schon besser erkennen, woher der Blaustein seinen Namen hat.

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Urheber: Geolina163

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Blaustein_(Naturstein)#/media/Datei:Aachener_Blaustein_Detail.jpg

Cc4
3/3 -

Hier siehst du eine Nahaufnahme von verwittertem Blaustein mit Fossilien. Dieser hier wurde in der Ungarnkapelle des Aachener Doms verbaut.

Mergel

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Urheber: Y. Kelderman

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Doorkijk-grot.jpg

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Unterirdischer Mergelabbau: die Samthöhle bei Valkenburg

Das Mergelland (oft auch Heuvelland = H√ľgelland)¬†in S√ľd-Limburg ist nach dem Mergelgestein benannt, das in dieser Region nah an der Oberfl√§che¬†vorkommt und diese an manchen Stellen auch felsig durchbricht. Durch diesen¬†Mergeluntergrund bekommt die Region ihre typisch h√ľgelige Landschaft, in der auch der h√∂chste Berg der Niederlande zu finden ist.

Mergel ist ein Gestein, das sich vor allem aus Kalk und Ton zusammensetzt, wobei der Limburger Mergel besonders kalkhaltig ist. Der Limburger Mergel wird schon seit Jahrhunderten in ober- und unterirdischen Steinbr√ľchen abgebaut. Der dabei gewonnene Kalkstein wird als Baumaterial, zur Zementproduktion und zur Herstellung von kalkhaltigem D√ľnger genutzt. Mehr hierzu erf√§hrst du in Element 34, weiter unten im Kapitel.

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Urheber: Kleon3

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mergelblok_uit_Maastricht_met_kalksteen_uit_Valkenburg_(boven)_en_Lanaye,_geologische_collectie,_Museum_Het_Land_van_Valkenburg,_Limburg.jpg

Cc4BYSA
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Ein Mergelblock aus einem Maastrichter Steinbruch: die obere Schicht nennt man Valkenburg-Kalkstein, die untere Lanaye-Kalkstein. Bei beiden handelt es sich um Mergel und beide entstanden am Ende der Kreidezeit vor ca. 69 Mio. Jahren.

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© Arjan van de Star

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Mergel in der Nahaufnahme

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Die Mergelgrube Groeve ‚Äôt Rooth in S√ľd-Limburg

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Diese und die folgenden beiden Fotos zeigen alle Maastrichter Gebäude aus Mergel.

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Hinweise f√ľr Lehrende

Steinbr√ľche (virtuell) vor Ort erkunden

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Der Steinbruch via Satellit

Die Idee ist, die Vielfalt der Gesteine vor Ort zu erleben und¬†den Lernenden ein Gef√ľhl f√ľr die Vielfalt der einzelnen Gesteinsarten sowie deren Vorkommen in ihrer Region real und vor Ort¬†zu vermitteln.¬†Fossilien √ľben dabei insbesondere Faszination aus, da sie reale Einblicke in das Erdaltertum erm√∂glichen.

Alternativ: Wenn ein¬†Besuch vor Ort aus unterschiedlichen Gr√ľnden f√ľr Ihre Klasse nicht m√∂glich ist, recherchieren Sie, inwieweit sich die Welt virtuell in den Klassenraum holen l√§sst, z.B. durch die Recherche via Google Maps und 360¬į-Aufnahmen.

Am Beispiel des Steinbruchs¬†Carri√®res du Hainaut S.C.A. in Soignies k√∂nnten die Ebenen des Web-Auftritts des Natursteinhandels Pierres&Marbres, der in diesem Steinbruch Material gewinnt, verbunden werden mit einer Recherche via der Satellitenaufnahmen von¬†Google Maps, da es auch 360¬į-Aufnahmen am Rande¬†des Steinbruches erm√∂glichen, einen virtuellen Eindruck von den Dimensionen solcher Steinbr√ľche zu gewinnen!
√úberpr√ľfen Sie dies f√ľr Steinbr√ľche in Ihrer N√§he!

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Aufgabe

Steinbr√ľche erm√∂glichen einen Blick in die Erdgeschichte in der Euregio Maas-Rhein

  1. Recherchiert, wo es in der Nähe eurer Schule einen Steinbruch gibt und organisiert mit eurer Klasse einen Ausflug dorthin!
  2. Lasst euch vor Ort erklären, welche Art von Gestein dort abgebaut wird und wozu er verwendet wird!
  3. Fragt, ob ihr im¬†Steinbruch nach Fossilien suchen d√ľrft -¬†Fossilien sind im Gestein erkennbare √úberreste von Lebewesen des Erdaltertums.
    Sammelt diese und besprecht im Unterricht, um was f√ľr Lebewesen es sich gehandelt haben d√ľrfte und wann diese gelebt haben!

Hinweise f√ľr Lehrende

Gesteine in deiner Region

Durch diese Übung wird die Geologie der Euregio Maas-Rhein ins Klassenzimmer gebracht. 
Lernende sollen ihr bereits erlerntes Wissen in der Realität anwenden und festigen. Die Übung bringt Lernende dazu, draußen ihre Umwelt aufmerksam wahrzunehmen. Sie sollen Fotos aufnehmen von Gebäuden des Wohnortes, in denen die zuvor erarbeiteten typischen Gesteine (Schiefer, Sandstein) zu erkennen sind.
In der Klasse werden die Bilder verglichen.
Durch die selbstständige Recherche und den abschließenden Vergleich in der Klasse werden Recherchekompetenz, Selbstständigkeit, Diskussionskompetenz und Kompromissfähigkeit trainiert. 

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Aufgabe

Gesteine in deiner Region

Werde zum Forscher oder zur Forscherin und suche nach Gesteinen in deiner Region.

  1. Mache Fotos von Gebäuden, in oder an denen du besondere Steinarten (z.B. Schiefer, Sandstein) wiederkennst und bringe sie mit in den Unterricht.
  2. Vergleicht die Bilder in der Klasse.
  3. Diskutiert und recherchiert, wozu die Gesteine bei uns Menschen verwendet werden.

Aufgabe

Gesteine in deiner Region

Werde zum Forscher oder zur Forscherin und suche nach Gesteinen in deiner Region.

  1. Mache Fotos von Gebäuden in oder an denen du besondere Steinarten (z.B. Schiefer, Sandstein) wiederkennst und bringe sie mit in den Unterricht.
  2. Vergleicht die Bilder in der Klasse.

Aufgabe

Gesteine in deiner Region

Werde zum Forscher oder zur Forscherin und suche nach Gesteinen in deiner Region.

  1. Mache Fotos von Gebäuden in oder an denen du besondere Steinarten (z.B. Schiefer, Sandstein) wiederkennst und bringe sie mit in den Unterricht.
  2. Vergleicht die Bilder in der Klasse.
  3. Diskutiert und recherchiert wozu die Gesteine bei uns Menschen verwendet werden.
  4. Liesse sich damit vielleicht der Schulhof ein wenig verschönern?
    Erarbeitet in Kleingruppen¬†einen Plan f√ľr ein kleines Projekt zur Gestaltung des Schulhofes (Beeteinfassung aus Naturstein, eine Skulptur, eine Natursteinmauer ...)¬†


Sprachhilfe zu Element 18

Formulierungshilfe

Seine Meinung aŐąu√üern

  • Meiner Meinung nach ...
  • Ich finde ... besonders/weniger/nicht interessant.
  • Ich denke, es ist problematisch, dass ..., weil ...

Nach der Meinung von dem/r Partner/in fragen

  • Was denkst du daruŐąber?
  • Ich wuŐąrde gerne deine Meinung hoŐąren.

AbwaŐągen/ergaŐąnzen

  • Auf der einen Seite ..., auf der anderen Seite ...
  • Au√üerdem .../Beispielsweise ...
  • Erstens ..., zweitens ..., drittens ...

Auf den/die Partner/in reagieren

  • Ich bin deiner Meinung.
  • Es stimmt, dass ...
  • Ich wei√ü nicht, ob ...

Hinweis f√ľr Lehrende

Geopark Famenne-Ardenne

Auf der Website des¬†Geoparks Famenne-Ardenne findet sich viel n√ľtzliches Material zum Thema Geologie in der EMR und Umgebung, auch wenn der Park selbst knapp nicht mehr in der EMR liegt.¬†

3. Entstehung der Euregio Maas-Rhein

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Die¬†Entwicklung der Euregio Maas-Rhein¬†l√§sst sich mithilfe der Gesteine, die heute dort gefunden werden, seit dem Pal√§ozoikum¬†nachzeichnen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Euregio Maas-Rhein noch im Bereich des 70. Breitengrades auf der¬†s√ľdlichen Halbkugel. Im Laufe von Millionen von Jahren hat sich die Euregio Maas-Rhein zu ihrer heutigen Position, 50¬į n√∂rdliche Breite, verschoben. Auf dieser Reise durchlief die Euregio Maas-Rhein verschiedene Klimazonen. Mehrfach war die Region von Wasser bedeckt.

Wie kann das sein?¬†Die Kontinente, wie wir sie heute kennen,¬†schwimmen als Schollen auf dem glutfl√ľssigen Magma des oberen Erdmantels. Sie¬†bewegen sich,¬†angetrieben durch Str√∂mungen in dem Magma,¬† sehr langsam in unterschiedliche Richtungen √ľber die Erdoberfl√§che. Erkl√§rt werden diese Zusammenh√§nge in der Theorie der Plattentektonik.

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Vertiefung

Theorie der Plattentektonik

Alfred Wegener und die Theorie der Kontinentalverschiebung

1912 beschrieb der deutsche Meterologe Alfred Wegener erstmals seine Theorie von der Kontinentalverschiebung. Diese geht davon aus, dass die Erdkruste mit den¬†Kontinenten und Meeren aus zahlreichen einzelnen Platten besteht, die auf dem fl√ľssigen Magma des oberen Erdmantels schwimmen.¬†

Stell dir vor, die Kontinente und Meeresböden wären aus Holz ausgeschnitten und schwämmen auf Wasser in unterschiedliche Richtungen. Aufgrund unterschiedlicher Strömungen des Magmas bewegen sich diese Kontinentalplatten in unterschiedliche Richtungen, sodass es drei unterschiedliche Vorgänge an den Rändern dieser Platten gibt.

Plattenverschiebungen

Bewegen sich zwei Platten aufeinander zu (Konvergenz), entsteht an der Stelle, wo sie aufeinander treffen, ein hoher Druck. Die schwerere Platte (das ist immer der Meeresboden) sinkt dabei unter die leichtere kontinentale Platte (Subduktionszone). Das geht aber nicht reibungslos, sondern die Platten verhaken sich. Die kontinentale Platte wird gestaucht, sodass am Rand der Platte Gebirge "aufgefaltet" werden. Es kommt zu Erdbeben und Vulkane entstehen, wenn Risse in der Kruste Magma aus der Tiefe aufsteigen lassen.

Bewegen sich zwei Platten voneinander weg (Divergenz),¬†entstehen Risse (Dehnungszone), die mit aufsteigendem Magma ausgef√ľllt werden. Hier entsteht also aus Magma neuer Meeresboden¬†(das geschieht immer am Meeresboden und wird von uns Menschen daher nicht wahrgenommen).

Bewegen sich zwei Platten aneinander vorbei, verhaken sich deren Ränder und es bauen sich große Spannungen auf, die sich gelegentlich in einem großen Erdbeben lösen (Scherungszone). Sehr bekannt ist hier die San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien (USA), wo die Pazifische Platte an der Nordamerikanischen Platte vorbeidriftet. Hier kommt es regelmäßig zu schweren Erdbeben.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Plattentektonik#/media/Datei:Plattengrenzen.png

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Schematische Darstellung der Prozesse entlang der Plattengrenzen

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Land-Meerverteilung w√§hrend der Kambrium-Zeit (541 ‚Äď 488 Mio Millionen Jahre) in der Euregio Maas-Rhein. Die roten Punkte markieren die Lage der heutigen St√§dte Maastricht (M), L√ľttich (L) und Aachen (A).

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https://www.aufmerksam-wandern.de/themen/thema_026.php

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Land-Meerverteilung w√§hrend der Unterdevon-Zeit (417 ‚Äď 392 Millionen Jahre) in der Euregio Maas-Rhein

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https://www.aufmerksam-wandern.de/themen/thema_026.php

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Land-Meerverteilung ab Ende der Unterkarbon-Zeit (358 ‚Äď 320 Millionen Jahre) bis h√∂here Oberkarbon-Zeit (ab 358 Millionen Jahre) in der Euregio Maas-Rhein

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https://www.aufmerksam-wandern.de/themen/thema_026.php

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Land-Meerverteilung während der Oberkreide-Zeit (zwischen 85 und 65 Millionen Jahre) in der Euregio Maas-Rhein (zu dieser Zeit entstanden die Kalksandsteine der Region!)

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https://www.aufmerksam-wandern.de/themen/thema_026.php

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Land-Meerverteilung während der Quartär-Zeit (vor mehr als 2 Millionen Jahre) in der Euregio Maas-Rhein

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https://www.aufmerksam-wandern.de/themen/thema_026.php

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Die Euregio Maas-Rhein heute

Hinweise f√ľr Lehrende

zur folgenden Aufgabe

F√ľr viele Lernendenden d√ľrfte das fr√ľhere Vorhandensein von Korallenmeeren auf dem Gebiet, das heute die Euregio Maas-Rhein umspannt, √ľberraschend sein.¬†

Diese verbl√ľffende Erkenntnis bietet sowohl Gelegenheit, die Theorie der Plattentektonik (Element 19 & Element 20) zu streifen, als auch den Zusammenhang zwischen bestimmten Gesteinsvorkommen einer Region¬†und ihrer Entstehung am Beispiel des Aachener Blausteins (insbesondere Element 13 & Element 21) herauszuarbeiten. F√ľr diesen Zweck ist auf Abb. 4 in Element 21 bewusst die Entstehung der Kalksteine hervorgehoben worden.

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Aufgabe

Erdzeitalter und Gesteine

Arbeite¬†den Zusammenhang zwischen den in der Euregio Maas-Rhein befindlichen Kalksteinen und der Entstehungsgeschichte der Region heraus.¬† Nutze daf√ľr die Elemente 11, 13 und 21.

Aufgabe

Erdzeitlalter und Gesteine

  1. Arbeite den Zusammenhang zwischen den in der Euregio Maas-Rhein befindlichen Kalksteinen und der Entstehungsgeschichte der Region heraus. 
  2. Erl√§utere in Grundz√ľgen den Umstand, dass sich im Laufe der Erdzeitalter¬†auf dem Gebiet der heutigen Euregio Maas-Rhein mehrfach Land und Meer befunden haben.

4. Die Landschaften der heutigen Euregio Maas-Rhein

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Die nachfolgenden Abbildungen zeigen dir die verschiedenen Naturr√§ume in der Euregio Maas-Rhein und deren Alter. Die Euregio Maas-Rhein weist sehr unterschiedliche geologische, geomorphologische und bodengeografische Merkmale auf. Diese verschiedenen Schichten sind Grundlage f√ľr die Besiedelung und Landnutzung.

Tutorial: Glossareinträge

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Hinweise f√ľr Lehrende

Erwartungshorizont zur folgenden Aufgabe

Die Euregio Maas-Rhein umfasst Naturr√§ume mit ganz verschiedenen geologischen, geomorphologischen und bodengeographischen Merkmalen, die ihrerseits ganz unterschiedliche Voraussetzungen f√ľr den historischen Gang ihrer Besiedlung und Landnutzung bedeuteten.

Im Norden bilden das Kempenland (Campine) und die L√∂sslandschaften S√ľdlimburgs und der westlichen Niederrheinischen Bucht ein tief liegendes Flachland. Dort sind an der Oberfl√§che haupts√§chlich junge quart√§rzeitliche Flussschotter mit L√∂ssbedeckung verbreitet.

Die s√ľdliche H√§lfte der Euregio umfasst das Bergland der Ostardennen, des Hohen Venns und der Nordeifel. Hier tritt ein geologisch altes Stockwerk aus gefalteten Sandsteinen, Kalksteinen und Schiefern des Erdaltertums (Pal√§ozoikum) an die Tagesoberfl√§che.

Zwischen dem Flachland und dem Bergland vermitteln die Plateaulandschaften der Hesbaye (Hespengau), das S√ľdlimburger und Aachener H√ľgelland und weiter im Osten die Mechernicher Voreifel. Hier haben flach liegende Kalksteine des Erdmittelalters (Mesozoikum) weite Verbreitung.

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Aufgabe

Woher kommt welche Landschaft in der Euregio Maas-Rhein?

Die heutigen Landschaften der Euregio Maas-Rhein sind zu unterschiedlichen Zeiten entstanden. Sie lassen sich grob in drei Bereiche aufteilen, die jeweils typische Merkmale haben.

Beschreibe mithilfe der Fotos die typischen Merkmale der unterschiedlichen Bereiche.

Interaktion: Entstehung der Landschaften in der Euregio Maas-Rhein

5. Erdbeben und deren Messung

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Neben Auffaltungen und Schieferung kann sich die Bewegung von tektonischen Platten (siehe Infokasten oben:¬†Theorie der Plattentektonik)¬†auch in Erdbeben √§u√üern. Wenn sich aufgrund von Spannungen in der Erdkruste pl√∂tzlich Energie freisetzt, werden Erdbebenwellen verursacht, die sich durch die Erde ausbreiten und die Vibrationen und Ersch√ľtterungen verursachen, die wir als Erdbeben sp√ľren.

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Vertiefung

Die Richterskala: zur Stärke von Erdbeben

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Die St√§rke der Erdbeben wird mit der sogenannten Richterskala, welche von < 2,0 (sehr gering, nicht sp√ľrbar) bis > 10 (globale Katastrophe, wurde bislang noch nie registriert) reicht, angegeben.

Das Erdbeben in der T√ľrkei am 6. Februar 2023 hatte bei einer St√§rke von 7,8 heftige Zerst√∂rungen √ľber weite Gebiete¬†zur Folge.

Erdbeben in der Euregio Maas-Rhein

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Roermond 1992 Aachen 2001

Am 13. April 1992 ereignete sich in Roermond mit der St√§rke 5,8 das st√§rkste gemessene Erdbeben der Niederlande. Die meisten nat√ľrlichen Beben in den Niederlanden finden in S√ľd-Limburg statt, also in der Euregio Maas-Rhein.¬†Dieses schwere Beben brachte zahlreiche Besch√§digungen und Zerst√∂rungen von Geb√§uden mit sich. Ursache hierf√ľr ist, dass die Region auf gro√üen unterirdischen Br√ľchen liegt.¬†

Das Beben ereignete sich an der Peel-Randverwerfung. Hierbei rutschten Verwerfungsfl√§chen √ľbereinander und l√∂sten das Erdbeben aus. Aufgrunddessen ereigneten sich in der Vergangenheit mehrere Erdbeben und auch in der Zukunft werden weitere Erdbeben erwartet.

Über den folgenden Link findest du eine englischsprachige Karte, die die Auswirkungen des Roermonder Bebens abbildet und diese auf der MSK-Skala darstellt. 

Auf dieser Homepage findest du eine √úbersicht zu Erdbeben in den Niederlanden.

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Nordrhein-Westfalen, vor allem die Region Aachen, weist im Vergleich zum restlichen Deutschland eine hohe Erdbebengefährdung auf. 2001 hat es beispielsweise ein Erdbeben der Stärke 6 und 2021 eines der Stärke 2,8 gegeben. Die meisten Beben sind jedoch sehr leicht. 

Die Niederrheinische Bucht z√§hlt in Europa zu den am st√§rksten von Erdbeben betroffenen Gebieten. Dieses Gebiet befindet sich auf St√∂rungsfl√§chen im Untergrund, welche bei ruckartiger Bewegung die Bucht in Schollen unterteilt und f√ľr uns als Erdbeben wahrnehmbar macht. Diese Verwerfungen werden wohl auch in Zukunft noch f√ľr weitere Beben sorgen.

Auf der Homepage Geologischer Dienst NRW findest du alles rund um das Thema Erdbeben, Gefahren, Boden und Rohstoffe. Hier findest du auch Informationen √ľber aktuelle Erdbeben.

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Roermond 1992 Aachen 2001
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Erdbebenstationen und Bruchlinien in der Region.

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Tektonische Beben in der Region.

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Vertiefung

Seismologie und Seismometer: Messung von Erdbeben

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Urheber: Kkkdc

https://commons.m.wikimedia.org/wiki/Category:Seismometers?uselang=de#/media/File:Kinemetrics_seismograph.jpg

Cc3

Die Wissenschaft, die sich mit der Überwachung von Erdbeben beschäftigt, nennt man Seismologie. Das Instrument, das in der Seismologie dazu benutzt wird, um Erdbeben festzustellen, ist das Seismometer (oder der Seismograf).

Seismometer zeichnen Erdbewegungen auf Papier auf, indem sie die Schwingungswellen innerhalb der Erde, ausgel√∂st durch Erdbeben, abbilden. Durch diese Aufzeichnungen k√∂nnen R√ľckschl√ľsse auf das Innere der Erde gezogen werden.

In der belgischen Ortschaft Membach gibt es ein Gravimeter und mehrere Seismometer, mit denen Erdbeben registriert und dokumentiert werden. Das Gravimeter ist ein besonderes Messinstrument, da es Schwankungen in der Schwerkraft messen kann, die zum Beispiel dann auftreten, wenn es sehr viel regnet. Im Zuge der Flutkatastrophe im Juli 2021 wurde festgestellt, dass das Gravimeter deshalb auch als Fr√ľhwarnsystem f√ľr Hochwasserereignisse funktionieren kann.

Auf der Seite der Königlichen Sternwarte Belgiens findet man einige interessante Informationen zur Seismologie in und um die Euregio Maas-Rhein, wie zum Beispiel:

  • die aktuellsten Erdbeben
  • die Messwerte von Seismografen der Region und des Gravimeters in Membach
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§ PD
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Aufgabe

Erdbeben in deiner Nähe

Besuche die Seite der Königlichen Sternwarte Belgiens und finde heraus,

  1. wo sich in deiner Nähe das letzte Erdbeben ereignet hat und wie stark es war.
  2. welche aufgelistete Messstation dir am nächsten ist.

Exkurs: das Einstein-Teleskop

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Urheber: ESO, ESA/Hubble, M. Kornmesser

https://www.eso.org/public/germany/images/eso1644b/

Cc4BYNCSA

Wenn Schwarze L√∂cher wie dieses (k√ľnstlerische Darstellung) miteinander kollidieren, entstehen Gravitationswellen. Das Einstein-Teleskop kann diese Wellen erfassen und messen.

Mit einem Teleskop betrachtet man ja normalerweise Sterne. Das Einstein-Teleskop jedoch soll Gravitationswellen erforschen. Diese enthalten Informationen √ľber kosmische Ereignisse, von der Beschaffenheit von Schwarzen L√∂chern und Neutronensternen bis zu den ersten Momenten nach dem Urknall. Mithilfe von Gravitationswellen kann das Weltall¬†also¬†so gr√ľndlich studiert werden¬†wie nie zuvor.¬†

Das gigantische Projekt soll¬†ein hochmodernes Observatorium werden. Die Euregio Maas-Rhein ist seitens der Europ√§ischen Union¬†(EU) zu einem von derzeit drei¬†infrage kommenden¬†Standorten erkl√§rt worden. F√ľr diese Gegend sprechen geologische Gr√ľnde. Da das Teleskop unterirdisch gebaut wird, ist Bodenstabilit√§t besonders wichtig.¬†Die hier tief liegenden¬†Blausteinschichten sind sehr dicht und daher gut f√ľr die Tunnel des Teleskops geeignet, w√§hrend¬†die lockereren Kreideschichten dar√ľber dabei helfen, Schwingungen und L√§rm, die z.B. durch Verkehr entstehen, zu d√§mpfen. Dies ist in der EMR wegen des hiesigen dichten¬†Logistiknetzes (siehe mehr dazu in den Kapiteln zu Verkehr, Strukturwandel und Globalisierung)¬†besonders wichtig. Hinzu kommt¬†das dichte Netzwerk aus Wissenschaftsinstituten und Hightech-Unternehmen. Forscherinnen und Forscher und Beh√∂rden in den Niederlanden, Belgien und Deutschland pr√ľfen aktuell gemeinsam die M√∂glichkeiten.

Auf dieser Seite findest du weitere Informationen zum Einstein-Teleskop.

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Urheber: ESO, ESA/Hubble, M. Kornmesser

https://www.eso.org/public/germany/images/eso1644b/

Cc4BYNCSA

Wenn Schwarze L√∂cher wie dieses (k√ľnstlerische Darstellung) miteinander kollidieren, entstehen Gravitationswellen. Das Einstein-Teleskop kann diese Wellen erfassen und messen.

Mit einem Teleskop betrachtet man ja normalerweise Sterne. Das Einstein-Teleskop jedoch soll Gravitationswellen¬†erforschen. Diese enthalten Informationen √ľber den dunklen Teil des Universums, zum Beispiel √ľber¬†Schwarze L√∂cher. Mithilfe von Gravitationswellen kann das Weltall¬†also¬†so gr√ľndlich studiert werden¬†wie nie zuvor.

Die Euregio Maas-Rhein ist seitens der Europ√§ischen Union (EU) zu einem von derzeit drei infrage kommenden Standorten erkl√§rt worden. F√ľr diese Gegend sprechen geologische Gr√ľnde.

Auf dieser Seite findest du weitere Informationen zum Einstein-Teleskop.

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Sprachhilfe zu Element 31

Arbeit mit einem Online-Wörterbuch

Brauchst du Hilfe beim Verstehen von Wörtern? Probiere es mal mit Linguee, dict.cc oder DeepL.

6. Nutzung des Naturraums Euregio Maas-Rhein

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Aufgrund der vielen unterschiedlichen Gesteinsschichten und Reliefstrukturen kann der Naturraum Euregio Maas-Rhein auf verschiedenste Arten und Weisen vom Menschen genutzt werden. Folgende bedeutsame Nutzungsformen im Raum der Euregio Maas-Rhein wollen wir genauer betrachten:¬†Ackerbau, Gr√ľnlandwirtschaft, Forstwirtschaft und Bergbau.

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Land- und Forstwirtschaft

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Ackerbau Gr√ľnlandwirtschaft ÔĽŅForstwirtschaft

F√ľr den Ackerbau eignen sich besonders gut karbonathaltige Kreidesedimente oder Sande mit L√∂ssablagerungen, welche vorrangig in der Z√ľlpicher B√∂rde, Limburger B√∂rde und J√ľlicher B√∂rde zu finden sind. L√∂ssb√∂den z√§hlen zu den fruchtbarsten B√∂den, die in Deutschland landwirtschaftlich genutzt werden! Hauptanbauprodukte sind daher neben Getreide auch Gem√ľse und Zuckerr√ľben.

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https://www.aufmerksam-wandern.de/hikes/hiking_areas.php

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Weizenfeld im Hespengau (Provinz L√ľttich)

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https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sugar_beet_field_near_linnich.jpg

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Zuckerr√ľben bei Linnich (Region Aachen)

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https://www.aufmerksam-wandern.de/hikes/hiking_areas.php

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J√ľlicher B√∂rde (Region Aachen)

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Getreideernte in S√ľd-Limburg (NL)

Die Gr√ľnlandwirtschaft findet besondere Bedeutung im Herver Land (vgl. Kapitel 4.1 Landwirtschaft)¬†und Vennfu√ü.¬†Die Gr√ľnfl√§chen sind meist durch eine Hecke aus Wei√üdorn oder Schlehe abgegrenzt, mit der das Vieh eingegrenzt wurde.

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https://www.aufmerksam-wandern.de/hikes/hiking_areas.php

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S√ľdlimburger H√ľgelland (NL)

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https://www.aufmerksam-wandern.de/hikes/hiking_areas.php

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Herver Land (Provinz L√ľttich)

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© Philip Drießen

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Viehwirtschaft in S√ľd-Limburg (NL)

Forstwirtschaft findet hauptsächlich im Hohen Venn und in der Nordeifel statt, denn hier befinden sich sowohl Hochmoorflächen als auch Kalk- und Rureifel. Vor allem Fichten werden in der Forstwirtschaft verwendet. Die Hochmoorflächen stehen unter großflächigem Schutz im Naturpark "Hohe Venn-Eifel". Vor allem verschiedene Gräser wachsen hier.

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https://www.aufmerksam-wandern.de/hikes/hiking_areas.php

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Rureifel (Region Aachen)

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https://www.aufmerksam-wandern.de/hikes/hiking_areas.php

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Mechernicher Voreifel (Region Aachen)

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https://www.aufmerksam-wandern.de/hikes/hiking_areas.php

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Hohes Venn (Ostbelgien)

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https://www.aufmerksam-wandern.de/hikes/hiking_areas.php

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Condroz (Provinz L√ľttich)



Ackerbau Gr√ľnlandwirtschaft ÔĽŅForstwirtschaft

Bergbau

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Braunkohle Blei und Zink Kohle Eisenerze Kreide und Sandstein Baustoffe
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https://www.aufmerksam-wandern.de/themen/thema_044.php

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Die Abbildung zeigt das Rheinische Braunkohlerevier. Bei der Rekultivierung einer Fläche (siehe Legende), geht es um die Wiederherstellung von Lebensräumen, die durch schwere Eingriffe infolge wirtschaftlicher Aktivitäten zerstört worden waren. 

In der Region gibt es eine Vielzahl von wertvollen Rohstoffen und Mineralien, welche abgebaut und verarbeitet werden.¬†Von √ľberregionaler Bedeutung ist heute der Braunkohletagebau im Rheinischen Braunkohlenrevier, die Tagebaue Inden, Hambach und Garzweiler liegen im bzw. grenzen an das Gebiet der EMR.

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Urheber: Romaine

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Museum_Vieille_Montagne#/media/Datei%3AKelmis-Direktionsgeb%C3%A4udes_der_Soci%C3%A9t%C3%A9_anonyme_des_Mines_et_Fonderies_de_Zinc_de_la_Vieille_Montagne_(3).jpg

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Das¬†Museum Vieille Montagne¬†ist ein staatlich anerkanntes Museum im Ort Kelmis¬†in der Provinz L√ľttich.¬†Es¬†pr√§sentiert die Geschichte von Kelmis, einem Ort, dessen Entwicklung von den Zinkvorkommen in der Umgebung abhing und der Hauptort des neutralen Kleinstaates Neutral-Moresnet war. Dieser wurde von 1815 bis 1918 gegr√ľndet, um nationale Besitzstreitigkeiten √ľber diese Bodensch√§tze zu beenden.¬†

Zu den wertvollen Rohstoffen und Mineralien zählen zum Beispiel Blei und Zink. Zink wurde vor allem im Herver Land abgebaut, Blei vor allem im belgischen Gebiet Kelmis und Plombières und auf deutschem Gebiet bei Eilendorf und im Raum Stolberg.

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Urheber: Norbert Schnitzler

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Blegny-Mine#/media/File%3ABlegny_Mine_1.jpg

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Die Blegny-Mine war ein Kohlebergwerk in Belgien, das heute als Industriekulturdenkmal und Schaubergwerk erhalten ist. Sie ist eines der vier historischen Bergwerke in Wallonien, die 2012 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden. Auf der Abbildung sind der Kohlewaschturm und der Förderschacht zu sehen. 

Auch Kohle wurden in der Euregio Maas-Rhein abgebaut. Kohle war als Brennstoff f√ľr die Stahlindustrie und die Haushalte wichtig. Es gibt ein flaches s√ľdliches Kohlepaket in L√ľttich und Aachen und ein viel tieferes n√∂rdliches Kohlepaket in den Provinzen Limburg (B) und S√ľd-Limburg (NL). Hier gab es mehrere Kohlebergwerke. Diese Bergbaustandorte haben sich inzwischen zu Wohngebieten oder Industrieparks entwickelt.

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Urheber: Hartmann Linge

https://commons.m.wikimedia.org/w/index.php?search=Reitwerk+Stolberg&title=Special:MediaSearch&type=image

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Der Begriff "Reitwerke" hat nichts mit Pferden zu tun, sondern stammt aus dem vorindustriellen Eisenh√ľttengewerbe. Ein Reitwerk konnte eine Eisenproduktionsst√§tte, aber auch ein H√ľtten- oder Hammerbetrieb sein.¬†Die fr√ľheren Reitwerke und Wohnh√§user der Reitmeister liegen in gr√ľner, landschaftlich reizvoller Umgebung.¬†

Eisenerze als Grundlage f√ľr die Gewinnung von Eisen und Stahl fand sich in den Eisenerz-Lagerst√§tten der Vennfu√üfl√§che, der Mechernicher Voreifel und in der Kalkeifel.

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Ab 2018 wurde der Mergelabbau in der ENCI-Grube nach knapp 100 Jahren komplett eingestellt. F√ľr Besucher ge√∂ffnet, bietet das ENCI-Gebiet heute einen¬†hervorragenden Ort zum Spazierengehen mit einer sch√∂ne Landschaft, die¬†viele Pflanzen und Tiere beherbergt.¬†

Der Abbau von Kreide und Kalkstein war Voraussetzung f√ľr die Gewinnung von Branntkalk durch Kalkbrennen f√ľr die Bauwirtschaft und ist weiterhin bedeutsam f√ľr die Zementherstellung (zum Beispiel CBR Lixhe), aber auch zur Gewinnung von Bausteinen f√ľr Sanierungsprojekte. Kreidebr√ľche, die nicht mehr aktiv sind, werden der Natur zur√ľckgegeben. Sehr sch√∂n ist der ENCI-Steinbruch im Maastricht, in dem fast 100 Jahre lang Mergel abgebaut wurde. Heute ist der ENCI-Steinbruch f√ľr die √Ėffentlichkeit, f√ľr Besichtigungen und Naturerholung, zug√§nglich.

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Beim Projekt RESTORE (siehe Exkurs) werden ehemalige oder noch aktive Abbaustätten von zum Beispiel Sand- und Kiesgruben rekultiviert und als Natur- und Freizeitgebiete genutzt.

Entlang von Maas und Rur finden sich zahlreiche Kiesgruben zur Gewinnung von der Baustoffe Kies, Sand und Schotter.

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Braunkohle Blei und Zink Kohle Eisenerze Kreide und Sandstein Baustoffe

Hinweis f√ľr Lehrende

Link zu 'Life in Quarries'

Die englischsprachige Website¬†'Life in Quarries' bietet interessantes Material √ľber Steinbr√ľche als Biotope.

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Exkurs

Projekt RESTORE: Rekultivierung von Gruben und Steinbr√ľchen

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Bei diesem Projekt werden ehemalige oder noch aktive Abbaustätten von zum Beispiel Sand- und Kiesgruben rekultiviert und als Natur- und Freizeitgebiete genutzt. 

Wenn du N√§heres √ľber dieses Projekt erfahren m√∂chtest, dann schau doch mal bei der Homepage des¬†Dreil√§nderparks vorbei. Auf dieser Homepage findest du weitere spannende Projekte des Dreil√§nderparks.

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Aufgabe

Abschlussaufgabe

Recherchiere in diesem Buch und im Netz, wie die Menschen in deiner unmittelbaren Umgebung von den typischen geologischen Voraussetzungen deiner jeweiligen Gegend profitiert haben. Frage dich zum Beispiel:

  • Welche Art von Bergbau hat es hier zu welchen Zeiten gegeben?
  • Welche Art von Landwirtschaft kann betrieben werden?
  • Welche Produkte entstehen mit den Ressourcen direkt hier vor¬†Ort?

Gute Anhaltspunkte bieten die Kapitel: 4.1 Landwirtschaft, 4.2 Energiewirtschaft, 4.3 Strukturwandel, 4.4 Tourismus

Aufgabe

Abschlussaufgabe

  1. Recherchiere in diesem Buch und im Netz, wie die Menschen in deiner unmittelbaren Umgebung von den typischen geologischen Voraussetzungen deiner jeweiligen Gegend profitiert haben? Gute Anhaltspunkte bieten die Kapitel: 4.1 Landwirtschaft, 4.2 Energiewirtschaft, 4.3 Strukturwandel, 4.4 Tourismus. Frage dich zum Beispiel: 
    • Welche Art von Bergbau hat es hier zu welchen Zeiten gegeben?
    • Welche Art von Landwirtschaft kann betrieben werden?
    • Welche Produkte entstehen mit den Ressourcen direkt hier vor¬†Ort?
  2. Bringe deine Ergebnisse in Verbindung mit dem, was du in diesem Kapitel √ľber die Entstehung der Euregio Maas-Rhein gelernt hast.